Rückenschmerzen und Wirbelsäulenerkrankungen

Rückenschmerzen sind ein sehr häufiges Beschwerdebild zirka ¾ der Menschenbeklagen im Laufe ihres Lebens ein- oder mehrmalig Rückenschmerzen. Betroffen sind vor allem der obere Rücken (Nacken, Halswirbelsäule und Schultern) und der unter Rücken (Lendenwirbelsäule, „Kreuzschmerzen“).

Die Wirbelsäule ist einerseits eine stabile Achse an der Kopf, Arme und Rumpf verbunden sind. Andererseits muss sie sehr flexibel sein, damit sie uns die verschiedensten Dreh-, Streck- und Beugebewegungen ermöglicht. Um die teilweise erheblichen Krafteinwirkungen auf die Wirbelsäule abpuffern zu können haben wir zwischen den Wirbelkörpern Bandscheiben, die bei Belastung wie ein „Stoßdämpfer“ wirken.
Neben den Bandscheiben hat vor allem die Muskulatur, welche die Wirbelsäule umgibt, eine wichtige Bedeutung für eine „gesunden“ Rücken. Sie dient einerseits als Halteapparat und sorgt für die Stabilität Wirbelsäule, ermöglicht aber auch, dass die Kräfte die auf den Körper wirken abgepuffert werden. Zudem ist sie wesentlich an den verschiedenen Bewegungen der Wirbelsäule und des Rumpfes beteiligt.

Vor allem durch unseren Lebensstil nehmen wir einen wesentlichen Einfluss darauf, ob sich Rückenschmerzen entwickeln oder nicht.
Faktoren die zu Rückenschmerzen führen können sind: Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeiten, Übergewichtig und Fehlbelastungen (z.B. einseitige Tätigkeiten auf der Arbeit, aber auch übermäßiger und / oder einseitiger Sport).
Folgen können Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule und eine zu schwach ausgeprägte Rückenmuskulatur sein.
Dadurch können Belastungen die auf den Rücken wirken (z.B. Heben oder Tragen von Gegenständen) nicht mehr ausreichend ausgeglichen werden und es kommt zu einer übermäßigen Anspannung der Muskulatur, welche in einer „Verspannung“ und entsprechenden Schmerzen enden kann. Häufig spricht man dann von einem „Hexenschuss“.

Das Alter spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Rückenschmerzen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben an Elastizität. Die Muskelmasse und damit oftmals auch die Muskelkraft nehmen ab. Auch die gelenkigen Verbindungen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern können Verschleißerscheinungen aufweisen werden, so dass sie weniger beweglich werden, aber auch die Verbindung zwischen den Wirbelkörpern nachlassen kann. Die Knochendichte kann abnehmen; das heißt der Knochen verliert an Substanz und es kann zu Deformierungen und Einbrüchen der Wirbelkörper kommen. Durch diese altersbedingten (degenerativen) Veränderungen verändert sich die Statik der Wirbelsäule und des Halteapparates und es entsteht (im Vergleich zu vorher) eine gewisse Instabilität. Dies wiederum kann oftmals nur durch eine übermäßige Anspannung der Muskeln kompensiert werden. Dadurch kann es zu einer Überbeanspruchung der Muskulatur mit reaktiver Verspannung und entsprechenden Schmerzen kommen.

Mit zunehmendem Alter kann es zudem zu knöchernen Anbauten an den Wirbelkörpern (Spondylophyten) und zu Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke, mit Verdickung der Gelenke (Spondylarthrose), kommen. Dies kann zu Einengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) oder der seitlichen Nervenaustrittslöcher (Neuroforamenstenose) führen, was wiederum zu Schmerzen und Nervenkompression führen kann.

Neben den knöchernen Verschleißerscheinungen können auch die Bandscheiben an Elastizität und Stabilität verlieren. Dadurch kann es zu einer Vorwölbung oder einem Vorfall der Bandscheiben kommen. Das heißt, dass die Bandscheibe nicht mehr in dem Bandscheibenfach zwischen zwei Wirbelkörpern gelegen ist, sondern teilweise in den Spinalkanal hineinragt und somit auf das Rückenmark oder Nervenwurzeln drücken kann. Wenn das der Fall ist, beklagen die Patienten oftmals Schmerzen, die je nach Lokalisation in den Arm oder das Bein ausstrahlen können (sog. radikuläre Schmerzen). Ist die Nervenschädigung ausgeprägter können auch Sensibilitätsstörungen (Taubheit, Kribbeln) in einem bestimmten Bereich und Lähmungen einzelner Muskelgruppen auftreten.

Liegen mehrere der oben beschriebenen pathologischen Veränderungen vor, kann es zu einer Einengung des Wirbelkanals kommen. Die sogenannte Spinalkanalstenose kommt meist im unteren Halswirbelsäulen-Abschnitt oder im mittleren und unteren Lendenwirbelsäulen-Abschnitt vor,  da dort die Belastungen der Wirbelsäule am größten ist. Je nach Ausmaß der Einengung können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Neben Sensibilitätsstörungen und Schmerzen – oftmals beider Arme oder Beine – beklagen Patienten mit einer lumbalen Spinalkanalstenose häufig Schmerzen beim Stehen oder Laufen mit einer schmerzbedingten Verkürzung der Gehstrecke (oftmals im Laufe der Zeit nur noch auf wenige Meter).

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