Kopfschmerzen und Migräne

Die Klassifikation der internationalen Kopfschmerzgesellschaft unterscheidet über 250 unterschiedliche Kopfschmerzformen. Zu den häufigsten zählen der Kopfschmerz von Spannungstyp und die Migräne.

Bei chronischen Kopfschmerzen liegt häufig ein Schmerzmittel bzw. Migränemittel (Triptan)-Übergebrauch vor. Dadurch kann es zu einer eigenen Kopfschmerzform, dem Schmerzmittel-induzierten Kopfschmerz, kommen.

Grundlage der Diagnostik von Kopfschmerzen ist die ausführliche Anamnese, bei der vor allem Dauer, Häufigkeit, auslösende Faktoren, Lokalisation, Schmerzart, Begleitsymptome und Medikamenteneinnahme erfragt werden.
Hinweisend für einen Schmerzmittel-induzierten Kopfschmerz sind:

  1. Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat. Häufig liegt ein dumpf-drückender Dauerkopfschmerz („von morgens bis abends“) vor.
  2. Schmerzmittel- / Migränemittel-Einnahme an mehr als 10 bzw. 15 Tagen im Monat (mehr als 2-3 Tage in der Woche) über mindestens 3 Monate
  3. Auftreten oder Verschlechterung von Kopfschmerzen während der Medikamenteneinnahme

Unser Kopfschmerzfragebogen hilft uns ihre Beschwerden besser einordnen zu können. Füllen Sie den Fragebogen aus und bringen Sie ihn bitte mit zum Termin.
Bei häufigen Kopfschmerzepisoden ist es hilfreich einen Kopfschmerzkalender zu führen. In dem Kalender sollen die Kopfschmerztage einschließlich Dauer der Kopfschmerzen, Therapie (z.B. Medikamente, Ruhe), auslösende Faktoren (beruflicher Stress, körperliche Aktivität, emotionale Belastung) und Begleitsymptome (z.B. Übelkeit, Licht- / Lärmempfindlichkeit, Kreislaufprobleme etc.) eingetragen werden.

Die neurologisch-körperliche Untersuchung ist wichtig um sekundäre Kopfschmerzformen (d.h. Kopfschmerzen bei denen eine andere Erkrankung Auslöser des Kopfschmerzes ist) erkennen zu können.
Falls erforderlich führen wir eine ergänzende Diagnostik mittels Ultraschall, EEG und MRT oder CT durch. Dies ist vor allem bei der Erstdiagnose von Kopfschmerzen sinnvoll.

Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig die Kopfschmerzen richtig einzuordnen, um eine individuelle Therapie beginnen zu können.
Neben medikamentösen Therapieverfahren können häufig Entspannungsübungen, regelmäßige körperliche Aktivität (z.B. 2-3x in der Woche moderater Ausdauersport für 30 Minuten) und ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus zur Linderung der Kopfschmerzen oder Abnahme der Häufigkeit der Kopfschmerzattacken beitragen.
Bei einem Medikamentenübergebrauch hilft zunächst nur der „Entzug“ von den bisherigen Medikamenten. Nachfolgend kann über eine neue Schmerztherapie nachgedacht werden.

Grundsätzlich gilt, dass bei Kopfschmerzen maximal an 10 Tagen im Monat „Akut-Medikamente“ (Schmerzmittel, Triptane) eingenommen werden sollten. Treten die Kopfschmerzen häufiger auf, muss die bisherige Therapie überdacht werden.
Gerne beraten wir Sie bezüglich der therapeutischen Möglichkeiten!

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